Urban Health

Im Hinblick auf Fragen der gesundheitsschützenden Städtehygiene, der Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen und der Planung gesundheitsförderlicher Strukturen (z.B. Erholungsräume) weisen Stadtentwicklung und Gesundheit seit jeher starke Schnittmengen auf. 

Durch die zunehmende Verstädterung hat die Urban Health-Forschung als praxisorientierter Forschungszweig in der jüngeren Vergangenheit und nicht zuletzt auch durch den Setting‐Bezug der Ottawa‐Charta international stark an Bedeutung gewonnen.

Dem Urban Health‐Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass Gesundheit nicht nur durch individuelle Faktoren (wie z.B. Alter, Geschlecht, genetische Faktoren) determiniert wird, sondern ebenso mit weiteren Faktoren (z.B. Lebensstile, Arbeits- und Wohnbedingungen, soziale Netzwerke, Boden, Luft‐ und Wasserqualität sowie Zugang zu Nahrung und Verkehrsinfrastruktur) verknüpft ist.

Somit richtet sich insbesondere im städtischen Raum der Fokus zunehmend auf gesundheitliche Aspekte in allen Politikfeldern („Health in all policies“). Hierbei besteht die Möglichkeit, verhältnisorientiert mit frühzeitigen Interventionen an der Verbesserung von Umweltbedingungen anzusetzen, wohingegen Strategien der Verhaltensprävention individuelle Anreize schaffen, damit Personen und Bevölkerungsgruppen ihr Verhalten gesundheitsförderlich ändern.

Die Urban Health‐Forschung fokussiert vor allem die gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen in den Kommunen als Grundlage für den Erhalt der individuellen Gesundheit und setzt hierzu oftmals quartiersbezogen sowie auf der Ebene der Stadtplanung an.