Stadtgrün, Stadtblau & Gesundheit

Heute gibt es vermehrte Hinweise auf einen direkten und indirekten positiven Beitrag von Stadtgrün und innerstädtischen Gewässern zum psychisch-mentalen, physischen und sozialen Wohlbefinden und zur Gesundheit.

So können Grünräume und Gewässerstrukturen Anreiz und Motivation für körperliche Aktivität bieten, Ängsten und depressiven Symptomen entgegenwirken, sich positiv auf das Stressempfinden auswirken, können zum Wohlbefinden beitragen und sind mit einer höheren Vitalität und geringeren Sterblichkeit im Alter assoziiert. Außerdem können  sie  gegenüber umweltbezogenen Stressoren, wie z.B. Lärm oder klimatischen Extremen ausgleichend wirken.

Urbane Grünräume – ebenso wie Gewässer – können zudem bedeutende sozialräumliche Systeme und soziale Begegnungsstätten darstellen, indem sie das soziale Wohlbefinden positiv beeinflussen und Menschen aller Altersgruppen als Erlebnis‐, Begegnungs‐, Bewegungs‐ und Regenerationsräume dienen.

Allerdings zeigen zahlreiche neuere Studien, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen häufiger gesundheitsbeeinträchtigenden Umwelteinwirkungen (z.B. durch verkehrsbedingte Lärm- und Luftschadstoffbelastungen) ausgesetzt sind und der Zugang der Bewohnerinnen und Bewohner sozial benachteiligter Stadtgebiete zu naturnahen Erholungsräumen eher unterdurchschnittlich ist. Vielfach ist auch die Qualität der Grünräume in Quartieren mit niedrigem sozioökonomischen Status schlechter.

Außerdem gibt es zahlreiche, weitgehend ungeklärte Fragen, beispielsweise im Hinblick auf

  • die tatsächliche Wahrnehmung und Nutzung dieser Räume durch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen,
  • mögliche unterschiedliche gesundheitliche Wirkungen von Stadtblau und Stadtgrün auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie unterschiedliche Wahrnehmung und Bewertung ihrer Nutzbarkeit sowie gesundheitlichen Bedeutung,
  • belastbare Kausalzusammenhänge zwischen der Wirkung von Stadtgrün, Stadtblau auf die Gesundheit oder die Übertragbarkeit von internationalen Studienergebnissen auf die Bedingungen in Deutschland sowie
  • die Verschränkung von gesundheitlichen und sozialen Belangen mit Stadtgrün und Stadtblau im Planungsalltag.  

Antworten auf diese Fragen zu finden ist von entscheidender Bedeutung wenn es darum geht, verhältnispräventive Strategien und Maßnahmen im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Stadtentwicklung zu entwickeln und umzusetzen. Genau hier setzt die Arbeit der Juniorforschungsgruppe StadtLandschaft & Gesundheit an, deren Forschungsergebnisse während der Fachtagung Gesundheitsförderliche StadtLandschaften der Zukunft einem nationalen sowie internationalen Fachplenum vorgestellt und mit diesem diskutiert werden.